Sitzt Du im falschen Bus?

Im Jahr 2018/19 sagte mir mein inneres Navi, dass ich im falschen Bus sitze. Wir gehen immer davon aus, dass wir am Steuer sitzen, im "Driver's Seat". Oftmals können wir äußere Umstände aber weniger beeinflussen, als wir denken.


Love it - change it - leave it


Nimm die Situation an, ändere sie - oder steig aus. Unser innerer Kompass - oder auch Zahlen, Daten, Fakten - sagt uns in der Regel, wann es Zeit ist zu gehen. Zum Beispiel, wenn wir mit Bauchschmerzen Montags zur Arbeit gehen. Oder wenn in einem Projekt immer mehr Probleme sich türmen und wir objektiv gesehen eingestehen müssen: Das wird kein Erfolg.


Sitzenbleiben ist keine Option, und den ganzen Bus zu kapern auch nicht. Vielleicht sehen wir schon "Industriegebiet" an uns vorbeiziehen, wir reden uns die nächste Destination einfach schön oder schauen erst einmal, was andere machen. In der Zeit wird unser Navi immer lauter: "Bitte wenden." Warum passiert trotzdem lange Zeit - nix?

Weil wir Angst haben. Und da unser Gehirn keine Spannungen mag - viel zu anstrengend - hilft es uns mit ein paar Tricks aus, um die Situation erträglicher zu machen. Die Psychologie nennt sie "Bias".


3 Denkfallen, die verhindern, dass Du etwas änderst:


Sunk Cost Fallacy

Wir haben schon viel investiert, z.B. uns eine gute Position im Unternehmen erarbeitet, viel in unsere Ausbildung investiert oder hohes Budget in ein Projekt gesteckt. Soll das dann alles umsonst sein? Wir bleiben beim ungünstigen Weg und verpassen daher die Möglichkeit, im neuen Job viel weiter zu kommen. Der Comedian Felix Lobrecht zum Beispiel gab seine Karriere als Poetry Slammer auf, um als Comedian neu anzufangen und bis bekannter als nie zuvor.

Social Proof "Wenn es andere machen, kann es ja nicht falsch sein." Wir sind Herdentiere und richten uns nach anderen. Nur weil andere z.B. 60-Stunden-Wochen haben oder eine Führungsfunktion, muss es nicht richtig für Dich sein. Der beste Ratgeber ist Dein eigener Körper: Was tut Dir gut? Was gibt Dir Energie? Wann bist Du im Flow? Ganz entwischen können wir dem Social Proof Effekt nicht. Tipp: Orientiere Dich an den Menschen, die Dein Herz springen lassen!

The Availability Bias Wir nutzen einfach die Infos, die wir haben, anstatt bewusst nach neuen Informationen zu recherchieren oder unser Wissen kritisch zu hinterfragen. In der Social Media Welt stecken wir in der "Filter-Bubble". Auf Jobsuche suchen wir nur nach den Jobs und Schlagworten, die wir kennen. Damit landen wir am Ende aber immer da, wo wir eh schon sind. Das Einzige, was hier hilft, ist: Raus aus der Komfortzone! Sprich mit Menschen, mit denen Du nie sprichst. Probier neue Hobbies aus. Nimm Projekte an, bei denen Du erst einmal nicht weißt, wie Du sie lösen wirst.


Den Schritt wagen


Auch, wenn es unangenehm ist, und wir erst einmal im #Niemandsland stehen, ohne Ahnung, wie wir wieder dahin kommen, wo wir eigentlich hin wollten: Steig aus!

  1. Höre auf Dein Navi: Ist das gerade ein Impuls oder ist der Ruf nach Kehrtwende penetrant?

  2. Prüfe Deine Denkfallen: Was hindert Dich daran, auszusteigen?

  3. Falls Du eher der Planer / die Planerin bist: Welche Alternativen hast Du? Was passiert, wenn Du einfach nichts tust? (auch das ist eine Entscheidung).

  4. Und dann steig aus.

Auf dem Jakobsweg habe ich den Satz gelernt: "The Camino provides". Wenn wir erst einmal losgehen, ergeben sich Möglichkeiten, die nie da waren.

Buchtipp: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen. (Rolf Dobelli)


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