Adventure Canvas: Ein einfaches Tool für Deine ersten Schritte in ein neues Abenteuer

Als ich 2019 meinen Fuß auf den Camino del Norte setzte, war das eine Reise ins Ungewisse. Wo schlafe ich? Wird mein Körper die Etappen schaffen? Welche mentalen Hürden kommen auf mich zu? ... diese und andere Fragen in meinem Kopf nahmen kein Ende und lähmten mich. Hätte ich sie alle beantworten wollen, ich wäre nie gestartet.


Egal ob Pilgerreise, ein neuer Job, ein neues Projekt: Wenn wir etwas Neues wagen, begeben wir uns in unbekanntes Gebiet.


Wir können uns schlichtweg nicht auf alles vorbereiten - weder mit Projektplänen, Aufrüstung mit Equipment und Know-how, Risikoanalysen oder was wir sonst noch an Strategien gelernt haben, um die Kontrolle zu behalten. Wir bauen uns damit eine Kontrollillusion.


Am Ende sind wir so sehr mit Vorbereiten beschäftigt, dass wir nicht losgehen - sei es aus Angst, Unsicherheit oder schlichtem Beschäftigt-sein.


In Ungewissheit ist es meiner Erfahrung nach viel effektiver, den Fokus auf das Wesentliche zu behalten, immer wieder Zeit für Reflektion zu nehmen und mit offenen Sinnen den Weg zu gehen.


Das Adventure Canvas

Meine Wanderschuhe, die Jakobsmuschel, die gelben Pfeile, die mir den Weg wiesen und Herbergen, in denen ich auftanken konnte - viel mehr brauchte ich nicht, um mich auf den Weg zu machen. Es war erschreckend simpel.


Vier einfache Fragen helfen mir seitdem, den Blick auf das Wesentliche zu behalten:



1. DEIN WHY - Was möchtest Du erleben oder erschaffen? Für mich war Santiago das Ziel. Doch der Grund, warum ich losgegangen bin, war der Wunsch nach Verbundenheit mit anderen Pilgern, die Erfahrung meiner Grenzen, die Zeit in der Natur.

Warum willst Du Neues Wagen? Definiere für Dich, welche persönlichen Erfahrungen Du machen möchtest, was Du erschaffen möchtest, was Du lernen möchtest.


2. DEINE WICHTIGSTE SACHE - Was bringt dich wirklich voran?

Der Hauptgrund dafür, dass viele Pilger innerhalb der ersten 5-10 Tag abbrachen, waren: Fußprobleme! Unpassende Schuhe. Ich lernte schnell: Mit den richtigen Schuhen, die mir passen, ist schon einmal 80% des Weges gewonnen.

In unbekannten Situationen sind wir schnell überfordert. Statt alles perfekt und vollständig zu haben, frage dich, was die EINE Sache ist, die dich jetzt voranbringt.


3. DEIN KOMPASS - Was zeigt dir die Richtung?

Meine Reiseplanung passte nicht zum Wetter, der Reiseführer war nicht mehr aktuell. Was mir wirklich weiterhalf, waren Empfehlungen anderer Pilger, gelbe Pfeile auf dem Weg und das Muschelzeichen an den Hauswänden.

Was hat Dir in der Vergangenheit den Weg gezeigt? Wer kann Dir helfen? Wann warst Du Dir selbst der beste Berater? Auf welche Signale Deines Körpers kannst Du vertrauen?


4. DEINE ENERGIEQUELLEN - Wo und wie kannst Du wieder auftanken?

1000km zu Fuß zu gehen, das ist unheimlich anstrengend. Ich lernte, das Pausen essentiell sind, um wieder fit zu sein für die nächste Etappe.


Wann brauchst Du Pausen? Mit welchen Menschen kannst Du auftanken? Was sind Deine Rückzugsorte? Durch welche Tätigkeiten erfährst Du Freude und Verbundenheit?


Berichte mir gerne, ob Dir das Adventure Canvas weitergeholfen hat. Ich wünsche Dir Mut und Fokus beim Losgehen.

11 Ansichten0 Kommentare